3D Animation eines Bistros

Wir erwecken Baupläne zum Leben

Das Berliner Catering Unternehmen Lebenswelten Catering plant gerade den Bau eines Bistros im Humboldt Forum im Berliner Schloss. Um den Projektunterstützern und Zuschussgebern des Projektes die Vision etwas näher zu legen und den Zwischenbericht der Pläne von Küche und Interieur besser zu demonstrieren, bekamen wir den Auftrag, den Raum als 3D-visualisierte Animation zum Leben zu erwecken.

Auftrag und Konzept

Zu Anfang des Projektes erhielten wir den Grundriss des Bistros und ein Video, das als Vorlage für den Stil der Animation dienen sollte. Wir erstellten daraufhin zwei Angebote für zwei verschiedene Realisierungsszenarien. Ein Szenario, bei dem wir die Visualisierung des Grundrisses und der unikaten Möblierung selbst vornehmen würden und ein alternatives Angebot, bei dem wir die 3D-Daten bereits vom Kunden erhalten würden. Da unser Kunde die fertigen 3D-Daten vom Innenarchitekten und vom Küchenbauer zur Verfügung gestellt bekam, entschied er sich für das alternative Angebot und wir konzentrierten uns besonders auf das Konzept und die Animation des Bistros.

Die Idee war es, die Animation dem Bau des Bistros nachzuempfinden und die Investoren auf eine Art Reise vom Nichts bis zum fertigen Bistro zu nehmen. Dazu wählten wir eine One-Take-Kamerafahrt durch den Raum, während sich dieser und die Einrichtung Schritt für Schritt aufbaut und sich so alles wie ein Puzzle zu einem Ganzen zusammenfügt. Den Stil hielten wir dabei sehr simpel und minimalistisch, damit man sich auf die Wirkung des Baus konzentrieren kann. Wir setzten lediglich einzelne Akzente mit Farbe und einigen Details, die später auch so im Bistro zu finden sein werden.

Vorgehensweise

Nachdem wir den Grundriss, die Küchenpläne und jegliche 3D-Daten bekamen, begann ich, Dorian, mit der Zusammenstellung des Raumes. Ich skalierte alle Elemente auf eine einheitliche Größe und fügte sie gemäß des Grundrisses zusammen. Die Materialien bzw. Oberflächen der 3D-Elemente ersetzte ich dabei durch eine matt weiße Oberfläche für einen einheitlichen minimalistischen Look. Als Akzentfarbe für das Interieur hat sich der Kunde ein goldenes Material gewünscht, mit dem ich unter anderem die metallenen Handläufe und Tablettschienen an der Theke einfärbte. Als weitere Highlights baute ich Neonschilder über den einzelnen Abschnitten der Essensausgabe ein, die ich als Vorlage vom Kunden erhielt. Schließlich setzte ich großflächig weiche Lichter, die durch die Fenster hereinscheinen, um Tageslicht nachzuempfinden und baute das Licht innerhalb des Bistros mit verschiedenen Lichtquellen so echt wie möglich nach.

Nun war es an der Zeit, der 3D-Visualisierung etwas Leben einzuhauchen und alles zu animieren. Unser Ansprechpartner und Auftraggeber hatte bereits einige Ideen und so erstellte ich gemeinsam mit ihm einen groben Ablaufplan. Ich animierte die einzelnen Elemente im Video, erstellte eine Kamerafahrt als One-Take durch den Raum und stimmte die Animationen zeitlich auf die Kamerafahrt ab. Für das Ende des Videos wollte der Kunde eine Art Partyszene, weshalb ich zusätzlich Partylichter einbaute, Assets von Personen für das Video heraussuchte und diese passend platzierte.

Da der Renderprozess eines 3D visualisierten Videos enorme Rechenkapazität in Anspruch nimmt, bat ich meinen Buddy Niko Netzer um Unterstützung. Niko renderte das Video als JPEG Sequenz mit 8 Computern und erhielten nach 17 Stunden die fertige Sequenz, bestehend aus 2500 einzelnen Bildern. Aufgrund von Änderungswünschen seitens des Kunden und einem Fehler meinerseits mussten wir diesen Vorgang zwei weitere Male wiederholen.

Um die gerenderte JPEG Sequenz in ein fertiges Video zu verwandeln, importierte ich die Sequenz in Adobe After Effects und passte die Helligkeit noch ein wenig an. Dann rundete ich das Ganze mit einem Intro und einem Outro, welches die verschiedenen Sponsorenlogos zeigt, ab und untermalte die Stimmung des Videos mit einer geeigneten Musik. Schließlich exportierte ich das Video in unterschiedlichen Formaten für die jeweiligen Plattformen des Kunden.

Fazit

Dieses Projekt war unglaublich spannend und herausfordernd zugleich und wir sind sehr froh, dass wir es in Angriff genommen haben. Der größte Teil dieses Projekts wurde dabei von mir, Dorian, übernommen, da ich mich sehr für 3D-Visualisierung interessiere und schon während des Studiums viel und gerne mit Programmen wie Cinema 4D experimentierte. Hanna half mir gelegentlich bei der Konzeption und der Ausarbeitung der Details, jedoch arbeitet sie lieber im 2D Bereich.

Alles in allem kam mir dieser Auftrag sehr gelegen und ich konnte viele meiner Fähigkeiten unter Beweis stellen und festigen. Daher freue ich mich bereits auf den nächsten Auftrag dieser Art!